Max Emmerling und seine Zeitzer Kinderzwieback und Teigwarenfabrik

By Olivier Scheffer, 31 augustus 2017

Vortrag »Max Emmerling und seine Zeitzer Kinderzwieback- und Teigwarenfabrik. Das Fabrikgebäude an der Paul-Rohland-Straße in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft«

  • Datum/Zeit Sa, 12.08. 2017
  • Veranstaltungsort Ehemalige Nudelfabrik Paul-Rohland-Straße 7 06712 Zeitz

Guus Vreeburg, Kunst- und Architekturhistoriker aus Rotterdam, hat zur Geschichte der ehemaligen Nudelfabrik in Zeitz und der Firmen, die darin aktiv gewesen sind, geforscht.

Er war vor allem auch interessiert an der Geschichte der Familie von Max Emmerling (1864-1945). Dieser hatte 1888 die Firma aus seiner kleinen Bäckerei heraus gegründet und baute sie zur »Erste u. älteste Zeitzer Kinderzwieback- und Teigwaren-(Nudel-und Makkaroni) Fabrik« aus. Max stammte aus einer Familie von einfachen Handwerksmeistern, hatte sich aber innerhalb von zwei Jahrzehnten zum »Fabrikbesitzer« emporgearbeitet. Seine ursprüngliche Bäckerei bei der Altstadt war, auch nach verschiedenen Vergrößerungen, zu klein geworden. Darum baute er 1901/1902 eine nagelneue Fabrik im neuen Industriegelände nördlich der Stadt. 1909/1910 wurde ein weiterer Flügel hinzugebaut, so dass – nach dem Wiederaufbau des Komplexes nach einem großen »Schadenfeuer« am 1. Mai 1913 – die Fabrik eine benutzte Bodenfläche von 11.500 m² umfasste. Die private Firma wurde 1953 enteignet, hat aber noch bis Anfang der 1990er Jahre als Teil des VEB OGIS (»Obst, Gemüse und Industrielle Speisekartoffeln«) Teigwaren produziert. Danach waren nur noch private Firmen im Gebäude aktiv.

Obwohl in der Periode des Leerstands alles Brauchbare aus dem Gebäude durch Unbekannt entfernt wurde, und fast alle Scheiben zerstört sind, und auch viel Dreck die ehemaligen Fabrikräume gefüllt hat, stehen die einhundert Jahre alten 11.500 m² auch heute noch strukturell aufrecht – dank der damaligen Nutzung starker Betonfluren auf eisernen Stützen gibt es kaum Wasserschäden. Um wirklich lebendig zu sein, muss ein Gebäude aber natürlich mehr sein als bloß ein Haufen Beton, Eisen und Backstein. Um die Zukunft des Gebäudes zu garantieren, braucht es eine Vision, und Interesse und Passion von uns als Zuschauern. Allein dann könnte es wieder hundert Jahre Zukunft für Zeitz haben.

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